Freie Bildung überall - Solidaritätserklärung mit den BesetzerInnen der Universität Wien
23. Oktober 2009
Bis zu 1000 Studierende halten das Audimax der Universität Wien seit
über 20 Stunden besetzt, um gegen die Studienbedingungen zu
protestieren. Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS)
solidarisiert sich mit den BesetzerInnen
Studierende aller Studienrichtungen hatten sich spontan und ohne
übergeordnete Organisierung zu der Besetzung zusammengefunden. Damit
kommt die allgemeine Unzufriedenheit der Wiener Studierenden deutlich
zum Ausdruck.
Auf der ganzen Welt findet eine Entwicklung der Hochschulen hin zu
privatisierten, wirtschaftsorientierten Verwertungseinrichtungen statt.
Kritisches Denken wird zum Luxus, den sich die Studierenden nicht mehr
leisten können. Stattdessen soll so schnell wie möglich einen Abschluss
her, der maximal zu den von der Wirtschaft vorgegebenen Anforderungen
passend ist.
„Mit den Auswirkungen dieser Entwicklung haben österreichische wie
deutsche Studierende zu kämpfen. Immer mehr Leistungsdruck und eine
Verschulung des Studiums machen einer großen Masse zu schaffen“,
kritisiert Alexander Lang, Sprecher des ABS.
Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) unterstützt daher die
Forderungen der Wiener BesetzerInnen nach selbstbestimmtem Leben und
Lernen, der Abschaffung aller Studiengebühren, freiem Bildungszugang und
einer Demokratisierung der Bildungseinrichtungen.
„Die Besetzung ist eine legitime Protestform, um den Forderungen der
Studierenden Gehör zu verschaffen. Wir fordern das Rektorat der
Universität daher auf, die Protestierenden nicht zu kriminalisieren und
von einer Räumung durch die Polizei weiterhin Abstand zu nehmen“,
erklärt Christina Schrandt, Sprecherin des ABS.
Die Wiener Proteste und ihre Forderungen stehen in einem weltweiten
Kontext: Überall kämpfen Studierende, SchülerInnen, Dozierende und viele
weitere Betroffene für ein freies, emanzipatorisches Bildungssystem.
Zur internationalen Vernetzung der AktivistInnen findet Anfang Juni 2010
ein europäischer Bildungskongress in Bochum statt. Mehr Informationen
dazu gibt es unter www.educationcongress.eu

