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die grundsätzliche individuelle Kostenfreiheit für alle weiterführenden Bildungswege. Dies bezieht sich nicht nur auf die Ablehnung der direkten Erhebung von Studiengebühren, sondern auch auf alle Modelle von Bildungsgutscheinen und privatem Bildungssparen.

Staatssekretär verunglimpft Studierende als Sozialschmarotzer

17.01.2011 - 20:37 Uhr

Der neue CDU-Staatssekretär beleidigt Langzeitstudierende bei Rede an Leipziger Uni - Wissenschaftsministerin von Schorlemer selbst ehemalige Langzeitstudentin?

 

>>Leipzig, 17. Januar 2011. Am vergangenen Samstag fand das gemeinsame
Strategiegespräch des Rektorates, des Senates und des Hochschulrates der Universität Leipzig statt. Während der Einführungsveranstaltung äußerte sich, der Staatssekretär des Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) Henry Hasenpflug, kritisch zu Langzeitstudierenden. Hasenpflug bezeichnete im Fortgang seiner Rede die Langzeitstudierenden als Sozialschmarotzer, die durch ihren Studierendenstatus billigeres Essen sowie sonstige Vergünstigungen einstreichen könnten. Der Staatssekretär sieht in der Einführung von Studiengebühren die Möglichkeit Abhilfe zu schaffen.<<

(Auszug aus PM vom 17.01.2011 – Quelle im Anhang)


Herr Hasenpflug hat da vielleicht etwas verwechselt und meinte eigentlich den politischen Apparat des Freistaates Sachsen, wer weiß. Aber er äußerte noch mehr abstruse Gedanken, immerhin konsequent zynisch argumentiert:


>>"Die sächsischen Hochschulen sind die Gewinner der Haushaltsverhandlungen zum Doppelhaushalt 2011/12,“ so Hasenpflug am Samstag. Der Staatssekretär erklärte die Hochschulen zu Gewinnern im Zuge der Kürzungen in den Bereichen Soziales, Kultur und Bildung im sächsischen Doppelhaushalt 2011/12. An Stelle eines Stellenabbaus im wissenschaftlichen Bereich bereits ab 2011, werden in Sachsen erst in den Jahren 2013 bis 2015 jährlich 100 Stellen und 2016 bis 2020 jährlich 80 Stellen abgebaut.<<

(s.o.)


Wie wird eigentlich seine Chefin und für Herrn Hasenpflug verantwortliche parteilose Wissenschaftsministerin Prof. Dr. jur. habil. Dr. rer. pol. habil. Sabine von Schorlemer reagieren? Sieht die anerkannte Wissenschaftlerin das genauso? Fühlt sie sich gar persönlich beleidigt, weil sie selbst Betroffene ist?


Schauen wir uns ihren Lebenslauf an, fällt auf, dass nirgendwo angegeben ist wann sie eigentlich selbst ihr Studium absolvierte. Zumindest wissen wir, dass sie 1992 ihre Promotion abschloss. Rückgerechnet mit der durchschnittlichen Promotionsdauer in den Rechtswissenschaften und einem lückenlosen Übergang nach dem Ersten Staatsexamen kommen wir auf eine Studienzeit von bis zu 22 Semestern! Nun ist das nur ein Rechenbeispiel, ein interessanter Vorgang wäre es aber schon, wenn ein Staatssekretär seine eigene Chefin als Sozialschmarotzerin bezeichnete. Zumindest finden wir hier ein Indiz dafür, warum Frau von Schorlemer keine Angaben zu ihrer Studiendauer macht.


Seine vorherige Position als Regierungspräsident bzw. Präsident der Landesdirektion des Direktionsbezirkes Dresden nahm Herr Hasenpflug erwiesenermaßen sehr ernst. Besonders aufgefallen ist er bei der Durchsetzung des hoch umstrittenen Projektes der Waldschlößchenbrücke im Elbtal, durch die der Status UNESCO-Welterbe 2008 verloren ging.


Interessanterweise veröffentlichte seine heutige Chefin 2006 einen kritischen Artikel in Blätter für deutsche und internationale Politik mit dem passenden Titel: "Die Dresdner Brücken-Posse" (http://www.welterbe-dresdner-elbtal.de/downloads/posse.pdf)








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