Wir fordern:

die grundsätzliche individuelle Kostenfreiheit für alle weiterführenden Bildungswege. Dies bezieht sich nicht nur auf die Ablehnung der direkten Erhebung von Studiengebühren, sondern auch auf alle Modelle von Bildungsgutscheinen und privatem Bildungssparen.

Peinliche Studiengebührenevaluation in Niedersachsen

17.08.2010 - 07:53 Uhr

„Der krampfhafte Versuch, Studiengebühren als positiv darzustellen, scheitert schon auf der ersten Seite. Dort wird ein Zitat von Karl Marx aus dem Zusammenhang gerissen, sodass es scheinbar für Studiengebühren spricht“, erklärt Alexander Lang, Sprecher des Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS).

Auch der vermeintliche Nachweis, Studiengebühren verbesserten die Studienbedingungen und seien deshalb positiv für die Studierenden, lässt sich leicht widerlegen.

„Dass in einem strukturell unterfinanzierten Bildungssystem mehr Geld bessere Studienbedingungen möglich macht, ist völlig klar. Entscheidend ist dabei allerdings, dass diese Unterfinanzierung politisch gewollt ist“, krisitiert Lang. „Geld ist an sich genug da – und die Landesregierung entscheidet sich dazu, es nicht in das Bildungssystem zu investieren. Damit ergibt sich ein Geldmangel, mit dem sie die Studiengebühren begründet“, so Lang.

So sind Studiengebühren vielerorts zu einem Teil der Grundfinanzierung geworden, ohne den der Hochschulbetrieb zusammenbrechen würde.

„Dass nebenbei noch jährlich 27 Mio. € Studiengebühren aus Verwaltungskosten- und Langzeitgebühren direkt in den Landeshaushalt fließen, zeigt die wahre Intention der Landesregierung umso deutlicher“, erklärt Laura Lankenau, Sprecherin der LandesAStenKonferenz (LAK) Niedersachsen.

Wichtige wissenschaftliche Fragen, die sich gerade in einer Studiengebührenevaluation wiederfinden sollten, werden dagegen komplett ignoriert. Zur Akzeptanz unter den Studierenden und die Auswirkungen von Studiengebühren auf die Bewerberquote und -zusammensetzung gibt es keine Zahlen, selbst die tatsächliche Verbesserung der Studienqualität wird nicht wissenschaftlich belegt.

„Die in der Evaluation getroffenen Behauptungen zur sozialen Selektivität und der Abschreckungswirkung von Studiengebühren lassen sich somit wissenschaftlich nicht belegen. Die Evaluation hat ihren Titel nicht verdient – statt evaluiert wird einfach behauptet. Reflexion sieht anders aus!“, so Lankenau abschließend.





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