Wir fordern:

die grundsätzliche individuelle Kostenfreiheit für alle weiterführenden Bildungswege. Dies bezieht sich nicht nur auf die Ablehnung der direkten Erhebung von Studiengebühren, sondern auch auf alle Modelle von Bildungsgutscheinen und privatem Bildungssparen.

Rot-rot verstärkt Bildungsnot

20.06.2011 - 09:30 Uhr

Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren erklärt seine Solidarität mit
den Studierenden an der Universität Potsdam, die gegenüber ihrem
derzeitigen Übergangspräsidenten Dr. Thomas Grünewald und seinem
Vorschlag, man solle über Studienkonten an der Potsdamer Uni
nachdenken, klar gemacht haben, dass Gebühren kein Weg zu einer
gerechten und nachhaltigen Hochschulfinanzierung sind.

"Dass Herr Grünewald, vormals als Vizepräsident die rechte Hand der
ehemaligen Unipräsidentin und derzeitigen Wissenbschaftsministerin
Prof. Sabine Kunst, diesen Vorschlag macht, erscheint in der
derzeitigen Situation geradezu grotesk. Studiengebühren sind fast
überall in der BRD auf dem Rückzug. Auch der ohnehin geringe Teil
derjenigen in der Bevölkerung, die für Bildungsgebühren plädieren,
wird immer geringer", erklärt Nadine Berger, Geschäftsführerin des ABS
und ergänzt: "Es ist doch absurd, dass fast zeitgleich zum
Beschluß der rot-grünen Koalition in Rheinland-Pfalz, das
Studienkonten-Modell in ihrem Bundesland abzuschaffen, der rot-roten
Koalition in Brandenburg anscheinend nichts besseres einfällt, als
eben dieses - offensichtlich gescheiterte - Modell erneut zu
diskutieren."

Studienkonten sind eine besondere Form von Langzeitstudiengebühren,
die leider noch immer in veschiedenen Bundesländern erhoben werden,
obwohl sie nur negative Effekte zeitigen. "Langzeitgebühren sind
Strafgebühren, die es so nur in Deutschland gibt. Es ist sinnlos und
ungerecht, sie zu erheben, denn Studierende, die nur wenig studieren,
kosten die Hochschule auch entsprechend weniger. Sie treffen überdies
hinaus fast immer Studierende, die sich in
schwierigeren Lebenssituationen befinden, jene also, die neben dem
Studium ihren Lebensunterhalt selbst
verdienen, Kinder großziehen oder Angehörige pflegen müssen", so
Nadine Berger weiter.

"Anstatt über die Einführung von Studiengebühren - in welcher Form
auch immer - nachzudenken, sollte die rot-rote Landesregierung in
Brandenburg besser darüber nachdenken, wie sie zusätzliche Mittel für
die Hochschulfinanzierung bereitstellen kann. Die Möglichkeiten, an
anderen Stellen im Haushalt einzusparen oder auch neue Steuerformen
einzuführen, die nicht in erster Linie sozial Schwächere treffen, sind
beinahe unbegrenzt. Der derzeitige Versuch, an der Bildung
zu sparen und die dann fehlende Mittel von den Studierenden abpressen
zu wollen, verstärkt das derzeitige Elend im Hochschulwesen und ist
das Gegenteil
einer Politik der sozialen Gerechtigkeit. Derzeit muss in Brandenburg
leider konstatiert werden, dass Rot-rot die Bildungsnot verstärkt",
erklärt Nadine Berger abschließend.





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