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die grundsätzliche individuelle Kostenfreiheit für alle weiterführenden Bildungswege. Dies bezieht sich nicht nur auf die Ablehnung der direkten Erhebung von Studiengebühren, sondern auch auf alle Modelle von Bildungsgutscheinen und privatem Bildungssparen.

Aktionsbündnis gegen Studiengebühren begrüßt Abschaffung der nachgelagerten Studiengebühren in Hamburg

14.09.2011 - 21:41 Uhr

Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) begrüßt den Senatsbeschluss Hamburgs, die nachgelagerten Studiengebühren abzuschaffen. Hamburg liegt damit im bundesweiten Trend der Abschaffung unsozialer Bildungsgebühren.


„Mit der Abschaffung der Studiengebühren in Hamburg ist das Scheitern des vermeintlich sozial verträglichen 'Hamburger Modell' amtlich. Rund 60.000 Hamburger Studierende können aufatmen, weil sie nicht mit einem Studiengebühren-Schuldenberg die Hochschulen verlassen müssen“, begrüßt Mathilda Illich, Sprecherin des ABS, die Abschaffung.


Kritik sieht das ABS aber dennoch auch bei der Hamburger Gebührenabschaffung als angebracht an.

„Leider kommt die Abschaffung zwei Semester zu spät. Die Entscheidungsträger*innen in Hamburg haben immer noch nicht verstanden, welchen Stellenwert Bildungspolitik haben muss. Dass die späte Abschaffung mit finanziellen Sachzwängen begründet wird, ist ein Armutszeugnis für die SPD-Regierung“, kritisiert Stefan Gleich, ebenfalls Sprecher des ABS.


Das Versprechen des Hamburger Senats, den Wegfall zu kompensieren, ist für die chronisch unterfinanzierten Hochschulen kein Grund zum Aufatmen.


„Statt die Hochschulen mit der Kompensation der Gebühren nur auf dem bisherigen Finanzierungsniveau zu belassen, müssen die Ausgaben im Bildungsbereich insgesamt massiv erhöht werden. Mit den stark steigenden Studierendenzahlen zum kommenden Wintersemester muss auch eine ausreichende Finanzierung gewährleistet sein – davon sind wir derzeit aber weit entfernt!“, empört sich Gleich.


„Bayern und Niedersachsen, die letzten verbleibenden Bundesländer mit allgemeinen Studiengebühren, stehen jetzt noch stärker unter Druck, den Weg für eine bundesweite Gebührenfreiheit frei zu machen. Wir werden den Druck in den kommenden Monaten noch erhöhen!“, kündigt Mathilda Illich abschließend an.





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