Wir fordern:

die grundsätzliche individuelle Kostenfreiheit für alle weiterführenden Bildungswege. Dies bezieht sich nicht nur auf die Ablehnung der direkten Erhebung von Studiengebühren, sondern auch auf alle Modelle von Bildungsgutscheinen und privatem Bildungssparen.

Seminar Aktuelle Entwicklungen bei den Hochschulreformen

18.04.2014 - 09:41 Uhr
Dienstag, 03.06.2014, 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Seminar, Münster

Die Bundesländer Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben Hochschulgesetzes-Novellen vorgelegt. Großspurig wurde die Demokratisierung der dortigen Hochschulen versprochen. Analysiert man die einzelnen Entwürfe, muss festgestellt werden, dass die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht werden. Die Hochschulleitungen verteidigen angeblich die Wissenschaftsfreiheit. Dies entspricht aber nicht ihrer eigentlichen Intention. Sie wollen für sich die autoritären Leitungsstrukturen erhalten. Die Menschen an den Hochschulen, die nicht Teil der Hochschulleitungen sind, spielen bei dieser Debatte überhaupt keine Rolle.

Die so angestoßenen Reformprozesse werfen auch das Thema Gebührenerhebung auf die Hochschulen zurück. Hochschulen werden so dazu ermächtigt, selbstständig Gebühren zu erheben. Die Etablierung von Bildungsgebühren jedweder Höhe verhindern jedoch die Teilhabe an Bildungsprozessen und auch den Zugang zu Bildung. Demokratisierung heißt auch die Chancen auf gleiche Teilhabe zu ermöglichen. Bildungsgebühren verhindern jedoch die Teilhabe an Bildung und damit den Demokratisierungsprozess. Gerade mit der Erhöhung von Gebührenrahmen in Baden-Württemberg, die nun im Gegensatz zum urspünglichen Entwurf nicht mehr vorgeschrieben werden sollen, zeigt sich der Zusammenhang. Nun sollen die Hochschulgremien die Möglichkeit erhalten, über Gebührenerhöhungen und -einführungen bei Bewerbungsverfahren, Eignungsfestellungstests und für Gasthörer_innen bestimmen können. Dabei stellt sich erneut die Demokratisierungsfrage.

Zu diesem Themenfeld möchte das ABS den Studierenden und Wissenschaftler_innen an den Hochschulen einen Ort zur Auseinandersetzung mit den aktuellen 'Reformplänen' anbieten.

Das Tagesseminar soll in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Bund kritischer WissenschaftlerInnen (BdWi) durchgeführt werden. Eingeladen sind alle hochschulpolitisch interessierten Menschen. Das ABS unterstützt die Erklärung des BdWi zur den aktuellen Kämpfen bei den Hochschulreformen.

Zielgruppe: aktive aus den Studierendenschaften, Fachschaftsvertretungen und interessierten Hochschulgruppen, den gewerkschaftlich organisierten Menschen und parteinahen Hochschulverbänden und Jugendorganisationen sowie Mitarbeiter*innen von Hochschulen.

Tagungsort: Soziologie Münster

Referent*innen:

  • Torsten Bultmann "Unternehmerische Hochschule und gesellschaftliche Verantwortung"
  • Antonia Kühn "Einführung in den Referent*innenentwurf" DGB NRW

  • Arbeitskreis Attac Köln "Kritik an den aktuellen Formen der Hochschulreformen"
  • Sven Lehmann, Uni Heidelberg, GEW-BASS: Vergleich der Referent*innenentwürfe aus Bawü und NRW

Offener workshop: "Mindestbedingungen/Eckpunkte einer Hochschulreform, die mit der unternehmerischen Logik bricht"

 




nach oben Copyright 2010 ABS - Aktionsbündnis gegen Studiengebühren