Wir fordern:

die grundsätzliche individuelle Kostenfreiheit für alle weiterführenden Bildungswege. Dies bezieht sich nicht nur auf die Ablehnung der direkten Erhebung von Studiengebühren, sondern auch auf alle Modelle von Bildungsgutscheinen und privatem Bildungssparen.

OECD-Bildungsdirektor befördert erneut Debatte um Studiengebühren

11.09.2014 - 16:12 Uhr

Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) lehnt den erneuten Vorstoß von Andreas Schleicher, Bildungsdirektor der OECD, zur flächendeckenden Wiedereinführung von Studiengebühren ab. Schleicher behauptet im österreichischen STANDARD, Studiengebühren seien besser als Gebühren, die für den Besuch eines Kindergartens erhoben werden.

"Schleicher versucht so, verschiedene Bildungsbereiche gegeneinander auszuspielen", sagt Kurt Stiegler, Koordinator des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren (ABS). "Stattdessen müsste Schleicher aufgrund einer jüngst veröffentlichten OECD Studie genau das Gegenteil fordern. Denn in Deutschland ist es demnach besonders schwer, ein Studium aufzunehmen, wenn die Eltern über keinen akademischen Abschluss verfügen", so Stiegler weiter. Die OECD Studie "Bildung auf einem Blick" stellt für die Bundesrepublik fest, dass nur knapp ein Viertel der jungen Menschen über das Bildungsniveau ihrer Eltern hinaus kommt. Von der vielfach versprochenen Bildungsmobilität kann also keine Rede sein.

Auch ohne allgemeine Studiengebühren brechen noch immer 19 Prozent aller Studierenden ihr Studium aus finanziellen Gründen ab. Durch die flächendeckende Wiedereinführung von Studiengebühren würde sich die ohnehin bestehende Krise des Bildungssystems sowie die soziale Selektivität an Hochschulen weiter verschärfen.

Das Aktionsbündnis ist stattdessen der Meinung, dass für die Gebührenfreiheit des gesamten Bildungssystems gesorgt werden muss. Hier kann es keinen Unterschied zwischen frühkindlicher Bildung, dem sekundären sowie dem tertiären Bildungssektor geben. Bildung ist ein öffentliches Gut und muss für alle frei zugänglich sein. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Gerade auch im Hinblick auf die vielfach schlechten Bedingungen auf dem Ausbildungsmarkt, fordert das ABS eine gesellschaftliche und individuelle Bildungsfinanzierung, die allen eine selbstgewählte Bildungsbiographie ermöglicht.

Das Aktionsbündnis stellt daher klar: "Weder Gebühren an Hochschulen noch an Kindergärten sind zumutbar, das sollten alle bildungspolitischen Akteure berücksichtigen."



Kontakt:

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10115 Berlin

Telefon:
Kurt Stiegler - 0178 / 136 08 70

E-Mail: presse@abs-bund.de

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