Wir fordern:

die grundsätzliche individuelle Kostenfreiheit für alle weiterführenden Bildungswege. Dies bezieht sich nicht nur auf die Ablehnung der direkten Erhebung von Studiengebühren, sondern auch auf alle Modelle von Bildungsgutscheinen und privatem Bildungssparen.

Demonstration: Aufruf Keine diskriminierenden Studiengebühren !

03.11.2017 - 08:51 Uhr

Das Aktionsbündnis gegen Bildungs- und Studiengebühren (ABS) ruft mit vielen Bündnispartnern in Nordrhein-Westfalen zur Demonstration gegen Studiengebühren auf. Die schwarz-gelbe Landesregierung in Düsseldorf will Studiengebühren für Nicht-EU/-EWR Studierende einführen. Wir sehen darin den Versuch, Studiengebühren für alle durch die Hintertür wieder einzuführen. 

Die ausländischen Studierenden fühlen sich nicht mehr willkommmen. Die Studiengebühren sollen  die internationalen Kommiliton*Innen ganz offensichtlich von einem Studium in Deutschland abschrecken, obwohl in Deutschland nur zwischen vier bis fünf Prozent aller Studierenden nicht aus Europa stammen. Für diese wenigen sollen jetzt also auch noch zusätzliche Hürden aufgebaut werden.

In Baden-Württemberg wurde eine solche Campus-Maut zum WS 2017/18 bereits eingeführt. Mit verheerenden Folgen. Der Anteil von Neu-Immatrikulierten aus dem nicht-europäischen Ausland brach deutlich ein. Die Hochschulen dort fürchten nun um ihre Internationalität. 

Es ist unglaublich, dass ein reiches Land wie Deutschland, welches über seine Agrar- und Wirtschaftspolitik erheblich zur Ausbeutung des Globalen Südens beiträgt, nicht bereit ist, ausländische Studierende aus den betroffenen Ländern auszubilden. So wird die Spaltung zwischen reichen und armen Ländern noch verschärft. Auch wird diese Campus-Maut für internationale Studierende an den Hochschulen zu einer massiven Austrocknung des wissenschaftlichen und kulturellen Austausches führen. 

Solche Gebühren passen nicht zum Selbstverständnis der Hochschulen. Bis vor kurzem wurden internationale Studierende noch als Gewinn für die Hochschullandschaft in Deutschland angesehen. Der internationale Austausch wirkt sich positiv auf die ausbildenden Regionen, auf die Herkunftsländer der Studierenden und natürlich auch auf die Studierenden selbst aus. Der Paradigmenwechsel hin zu  einer Wahrnehmung dieser Studierenden als Kostgänger und als Belastung ist unerträglich. 

Er spiegelt die Geisteshaltung der schwarz-gelben Landesregierung in NRW wieder, die eine Mischung  aus Provinzialität und neoliberalem Gedankengut darstellt. 

Bildung ist aber keine Ware, sondern ein Menschenrecht, welches allen Menschen gebührenfrei zur Verfügung gestellt werden muss. Egal woher sie kommen - und wohin sie gehen.

Studiengebühren verschärfen die wirtschaftliche und soziale Krise des Bildungssystems. Sie sind nicht dazu geeignet, die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen zu beseitigen. Dem Argument der Gebührenbefürworter, ausländische Studierende würden nach Absolvierung ihres Studiums Deutschland wieder verlassen und deswegen „keinen Anspruch auf die Förderung durch das deutsche Sozialsystem“ haben, muss in den Zeiten von zunehmendem Rechtspopulismus deutlich entgegen getreten werden. Insbesondere deshalb, weil es sich in der Empirie nicht halten kann.

Das ABS spricht sich gegen jede Form von Bildungsgebühren aus.

Daher – kommt alle zur Demo am 21. November 2017, ab 11:00 Uhr 

am DGB-NRW-Haus, Friedr.-Ebert-Str. 34-38 in Düsseldorf

- Erteilt den Plänen der NRW-Landesregierung eine deutliche Absage -





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